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Volkswagen Golf 8

Vor einer Weile standen wir vor dem Problem dass wir ein neues Auto brauchen.

Zu den Gründen warum wir dann doch ab und zu ein Auto brauchen, und warum es kein Elektroauto geworden ist, steht mehr am Ende des Artikels.

Nachdem feststand, dass wir ein neues Auto brauchen, haben wir eine Weile gesucht, Probe  gefahren, Autohäuser besucht ect. Manches hat uns nicht gefallen, bei manchen Autohäusern sind wir auf unfreundliche Verkäufer gestoßen, manche haben sich nie wieder gemeldet. Der größte Teil war jedoch in Ordnung. Letztendlich hatten wir eine Liste von drei verschiedenen Angeboten, und haben uns dann für einen Golf 8 (Modell 2021, in schwarz, ganz wichtig, mit Schiebedach, auch ganz wichtig) entschieden.

Der Golf ist ein grundsolides Auto. Verarbeitung und Aufbau sind in Ordnung. Man merkt dem 8er aber an, dass Volkswagen krampfhaft versucht das Auto “online” zu bringen und mit digitaler Technik voll zu packen. Hier sind meine Beobachtungen nachdem das Auto jetzt eine Weile hier ist.
 

 

Das Digitale

Während der Einweisung in Wolfsburg wurde - mit Hilfe der einweisenden Person - versucht die Heimatadresse in das Navigationssystem einzugeben. Dabei ist das Navi in einem Modus in dem man die gesamte Adresse eingeben muss, zuerst kompletter Straßenname, dann Hausnummer, dann ganzer Ortsname, alles - nur um dann festzustellen dass das Navi die Adresse gar nicht erkennt. Von der gesamten Straße gab es nur eine Adresse in der Nähe, aber die war nicht passend. Und das nachdem die Volltextsuche in der Datenbank jeweils bei jedem Schritt der Eingabe diverse lange Sekunden dauert. Das ist lästig, das ist nicht zielführend, und das ist letztendlich frustrierend, weil es nicht zum gewünschten Ergebnis führt. Glücklicherweise ist die normale Adresseingabe nicht so frustrierend und man kann nach dem PLZ - Ort - Straße Schema vorgehen, samt zügiger Suche und gefundener Adresse. Der gesamte Vorgang der Adresseingabe wurde dann irgendwann abgebrochen, und die einweisende Person gab zu, dass das alles nicht optimal läuft.

Der Golf 8 kennt ein Prinzip Datenschutz. Wenn man die höchste Stufe eingestellt hat (Voreinstellung beim “Gast” Fahrer), werden keine Standortdaten übertragen (was genau das beinhaltet ist nicht weiter erklärt). Das bedeutet allerdings dass das Radio per DAB+ keine Verkehrsdaten empfängt. Das ist arg lästig, weil das nur ganz klein im Handbuch erwähnt wird. Das Auto weist aber sonst nicht darauf hin dass man ohne Stauwarnungen unterwegs ist. Prompt sind wir auf der Rückfahrt gleich in einen 45 Minuten Stau geraten. Warum der Empfang von Verkehrsmeldungen über DAB+ jedoch eine “Freigabe des Standorts” braucht, konnte ich bisher nicht herausfinden.

Navigationssystem

Um gleich beim Navigationssystem zu bleiben: das Gerät blendet Meldungen direkt auf der Karte ein, mit jeweils passenden Symbolen. Es ist anscheinend jedoch nicht möglich eine komplette Liste der Verkehrsmeldungen zu erhalten um sich eine Übersicht zu verschaffen. Vielleicht habe ich die bisher auch nur übersehen.

Der Golf hat mit diversen digitalen Kinderkrankheiten zu kämpfen. So wird zum Beispiel häufiger mal eine Meldung im Fahrerdisplay angezeigt: “Gefahrenwarnung ist zur Zeit eingeschränkt”. Jedoch gibt es keine weiteren Details was genau jetzt nicht verfügbar ist, oder warum. Oder wie man das Problem abstellen kann. Und es gibt auch keine Meldung ob das System irgendwann wieder verfügbar ist. Für ein Sicherheitssystem ist das reichlich schwach …

Das elektronische Display für den Fahrer ist einen Schritt nach vorne und einen Schritt zurück gegangen. Positiv gegenüber der Vorgängerversion ist, dass man im gesamten Display die Navigationskarte anzeigen lassen kann. Früher gab es nur den Ausschnitt in der Mitte. Negativ ist, dass man im Kartenmodus nur diese Klötzchen für die Anzeige links und rechts erhält. Die runden - und optisch schöneren - Anzeigen sind nicht zusammen mit der Karte verfügbar.


Auch gut ist dass das Display jetzt zeigen kann was die verschiedenen Assistenzsysteme "da draußen" erkennen. Eine der möglichen Einstellungen zeigt an welche Fahrspuren und Fahrzeuge erkannt werden. Das ist hilfreich um einzuschätzen ob beim ACC Fahren ein Eingreifen notwendig wird. Und die Anzeige ist so sinnvoll dass diese - in meinem Fahrer Profil - jetzt standardmäßig aktiviert ist.

Fahrerprofil

Beim Golf 7 konnte man anscheinend ein Fahrerprofil einem Schlüssel zuweisen. Das funktioniert beim Golf 8 nicht. Es gibt zwar eine Option “automatisch dem Schlüssel zuweisen”, aber man kann nirgends auswählen welcher Schlüssel welches Profil aktiviert. Auch mehrmaliges Testen mit verschiedenen Kombinationen, Schlüsseln und Einstellungen hat zu keinem gewünschten Ergebnis geführt. Das ist insoweit lästig als das man dann als Fahrer jedes mal sein Profil beim Start durch die Eingabe der S-Pin aktivieren muss. Das passiert indem man die S-Pin auf dem großen Display in der Mitte eingibt - vor den Augen aller im Fahrzeug sitzenden Insassen. Sehr sicher … nicht! Es gibt die Option die S-Pin zu speichern, dann kann halt jeder auf dein Profil zugreifen der das Fahrzeug verwendet. Auch reagiert der Golf auf das Profil des zuletzt genutzten Fahrers bei allen Schlüsseln: hat ein Fahrer “Entriegeln bei Annäherung” eingestellt, entriegeln alle Schlüssel das Fahrzeug sobald jemand näher kommt.

Die fehlende Kopplung des Schlüssels mit dem Fahrerprofil sorgt auch dafür dass beim Einsteigen - trotz Öffnen des Fahrzeugs mit dem “eigenen” Schlüssel - erst einmal alle Einstellungen des vorherigen Fahrers verwendet werden. Der Sitz wird zu weit nach vorne gefahren, die falschen Ambiente Farben werden eingestellt, ect.

Das Fahrzeug hinterlegt eine ganze Menge Details im Profil des jeweiligen Fahrers. Das Konzept ist aber nicht zu Ende gedacht, sondern hört nach zu wenigen Schritten auf. Zum Beispiel gibt es für Volkswagen nur Fahrer die alle die gleiche Sprache sprechen - man kann nur eine Sprache für das Fahrzeug auswählen. Sinnvoll wäre es wenn das Profil gleichzeitig die Sprache für den Fahrer umschaltet. Genauso sinnvoll wäre es, das aktuell gekoppelte Mobiltelefon im Profil des Fahrers zu hinterlegen. Stattdessen muss man jedes mal manuell das Telefon umschalten wenn der Fahrer gewechselt hat. Als ob man als Fahrer mit dem Telefon eines anderen Fahrers unterwegs ist … Auch sinnvoll wäre es die gespeicherten Radiostationen im Profil des Fahrers abzulegen. So könnte jeder Fahrer seine bevorzugte Auswahl haben.

We Connect Webseite

Volkswagen hat ebenfalls das Sprachproblem mit der We Connect Webseite: dort gibt die Auswahl des Landes zwingend die Sprache vor. Wenn das Fahrzeug in Deutschland ist dann ist die Sprache der Webseite halt Deutsch. Egal ob der Kunde Deutsch kann oder nicht …

Die We Connect Webseite hat noch ein weiteres, weitaus seriöseres Problem: es gibt kein 2FA. Wenn man das Passwort kennt, kann man sich sowohl in die Webseite wie auch in die App einloggen, Daten ändern, das Fahrzeug öffnen und verschließen (so das vom Händler freigeschaltet wurde) ect. Kurzum, das Einloggen in die Webseite sollte durch 2 Faktor Authentifizierung gesichert sein. Und es wäre positiv wenn das nicht durch den Versand einer SMS passiert.

Benachrichtigungszonen

In der We Connect Webseite kann man sogenannte Benachrichtigungszonen festlegen. Das erlaubt es eine Benachrichtigung zu erhalten wenn das Fahrzeug einen bestimmten Bereich verlässt, oder da hinein fährt. Möchte man beide Benachrichtigungen haben dann muss man das zweimal anlegen: einmal für das Verlassen der Zone, einmal für das Erreichen der Zone. Da es insgesamt nur 10 Benachrichtigungen gibt, limitiert das doppelte Erstellen die Möglichkeiten schon erheblich. Auch fehlt die Option einer Benachrichtigung beim Grenzübertritt - Deutschland ist weder ein Kreis noch ein Quadrat, mehr kann man jedoch nicht auswählen. Andere Möglichkeiten sind zum Beispiel eine Benachrichtigung wenn das Fahrzeug zu schnell fährt.

Aktivieren kann man diese Zonen übrigens nur wenn das Fahrzeug online ist. Wenn man selbst am Rechner sitzt und das Fahrzeug steht in der Tiefgarage - in #Neuland traditionell ohne Netzempfang - dann funktioniert die Synchronisation nicht. Ist ja nicht so dass “We Connect” das aktivieren und in eine Queue legen könnte und wenn das Fahrzeug das nächste Mal online kommt wird das zum Fahrzeug übertragen.

Nachdem das Fahrzeug dann endlich mal draußen geparkt war (passenderweise stand es zu dem Zeitpunkt es in der Werkstatt und ich habe auf der App zugesehen wie sich die gefahrenen Kilometer erhöht haben) bin ich dazu gekommen die Benachrichtigungszonen zu aktivieren. Es stellt sich heraus dass man zwar 10 Zonen auf der Webseite eintragen, aber nur 4 davon aktivieren kann. Effektiv also zwei Zonen: 2x Benachrichtigung für das Einfahren in eine Zone und zweimal für das Ausfahren aus der Zone.

Meldungen & mobile APP

Was die Benachrichtigungen und die Alarmanlage aber weitgehend nutzlos machen: die Meldungen werden nicht in der App per Benachrichtigung angezeigt, sondern sind nur in der Webseite zu sehen sobald man sich dort einloggt. Was bringt es mir dass das Auto den ausgelösten Alarm online meldet wenn ich darüber nicht direkt informiert werde?

In der We Connect Webseite kann man Favoriten als Adressen hinterlegen. Das ist an sich praktisch - leider kommen die Daten aber nie im Fahrerprofil im Fahrzeug an. Insofern ist dieses Feature der Webseite ebenfalls nutzlos.

ACC (Advanced Cruise Control)

Positiv zu erwähnen ist das neue ACC (Advanced Cruise Control) System. Das fährt neuerdings auch automatisch an, statt nur wie früher automatisch abzubremsen. Das macht das Fahren im zähfließenden Verkehr um ein vielfaches angenehmer. Im Stau, oder nach mehr als einigen Sekunden Stillstand fährt das Fahrzeug allerdings nicht wieder alleine los, und es gibt auch keine optische, akustische oder haptische Mitteilung dass der Verkehr weiter rollt.

Es gibt ebenfalls eine neue Option “Vorausschau zulässige Geschwindigkeit”.

Diese Option erkennt Geschwindigkeitsbegrenzungen und bremst und beschleunigt das Fahrzeug entsprechend. Das funktioniert erstaunlich gut, sowohl mit in der Datenbank hinterlegten Geschwindigkeiten als auch mit auf Schildern erkannten Begrenzungen. Macht Spaß das Auto weitgehend alleine fahren zu lassen, und sich nicht mehr um das ständige Umstellen des ACC auf die neue Geschwindigkeit kümmern zu müssen. Wenn rechts oder links der eigenen Fahrbahn allerdings andere Fahrbahnen mit anderen Schildern sind dann nimmt die Erkennung der Verkehrsschilder doch schon mal an dass das Schild für diese Fahrbahn gilt. So kommt es vor dass das Auto entweder zu schnell oder zu langsam fährt. Prominentes Beispiel: Auf- und Abfahrten an Autobahnen, bei denen die Spuren parallel geführt werden. Ebenfalls unschön ist dass das ACC diverse - nicht mehr existierende - Baustellen in der Datenbank hat und dann an der Stelle abrupt bremst. Früher[™] stand da halt mal ein 40 km/h oder 60 km/h Schild.

Der Blick auf die Straße ist bei all dem allerdings weiterhin notwendig: das ACC ist kein autonomes Fahren!

Parkassistent

Der Parkassistent hat mit einigen Krankheiten zu kämpfen die neu sind und die es in vorherigen Modellen nicht gab. Zum einen legt das Fahrzeug - trotz Automatik - nicht mehr den passenden Gang (1. Gang oder Rückwärtsgang) ein, das muss man als Fahrer jetzt selbst erledigen. Das ist insgesamt ein Schritt zurück, aber die Anzeige im Display macht das Ganze noch unübersichtlicher: der Assistent sagt bis wann man fahren soll und wann gebremst werden soll, aber sobald man bremst ist man quasi zu weit gefahren und der Assistent sagt nur noch “Bitte bremsen”, selbst wenn man schon steht. An der Stelle wird nicht mehr angezeigt welchen Gang man jetzt einlegen soll, oder was der nächste Schritt ist:

Der gleiche Parkassistent kann - theoretisch - auch ausparken. Allerdings klappt das nicht. Der Assistent parkt in eine Lücke ein, danach soll aus der gleichen Lücke wieder ausgeparkt werden. Dazu dreht der Assistent das Lenkrad (jedoch nicht weit genug), fährt dann an und bricht sofort ab mit der Meldung, dass nicht genügend Platz vorhanden ist. Dieses Szenario ist reproduzierbar in Parklücken diverser Größen.

Online versus Offline

Wenn das Fahrzeug mal schlechten Empfang hat, Edge oder so, was ja in #Neuland nicht so selten sein soll … dann spinnt schon mal das Umschalten der Fahrerprofile. Beim Aktivieren des Profils will der Golf das Profil online synchronisieren. Klappt das nicht, stehen eine ganze Menge Funktionen im Fahrzeug nicht zur Verfügung. Das Auto fährt zwar noch, aber so Dinge wie Sitz umstellen, Radio anschalten ect klappen nicht. Bis das Auto irgendwann halt aufgibt und das gespeicherte Profil verwendet.

Software Update

Zu guter letzt noch die Software an sich: kurz nachdem wir das Fahrzeug erhalten haben stand ein Software Update an. Offensichtlich über die in das Fahrzeug integrierte SIM-Karte herunter geladen. Während des Updates soll der Motor laufen, man soll aber nicht fahren - gut für die Umwelt. Schlecht, weil eigentlich verboten. Und das Update wird von diversen Fehlermeldungen wie “Background System Services konnte nicht gestartet werden” begleitet, wobei unklar ist was genau die “Background System Services” jetzt sind, wofür die notwendig sind und ob man ohne diese noch weiter fahren kann … Alles in allem nicht sehr hilfreich für den Anwender äh Fahrer. Mehr Details sind hier sehr willkommen. Das Update dauerte in diesem Fall ungefähr eine halbe Stunde, dafür gab es dann ein Eis um die Wartezeit zu verkürzen.

 

Das Analoge

Volkswagen hat viele mechanische Bedienelemente durch Fingersensoren ersetzt die auf Berührung reagieren. Das am schlechtesten designte Element ist sicherlich die Leiste für die Lautstärke und die Temperatur direkt unter dem Display in der Mittelkonsole. Zum Einen ist diese Leiste nicht beleuchtet, man sieht also nicht was man gerade betätigt. Zum Anderen nutzt man diese Leiste vielleicht zum Stützen und Stabilisieren der Hand wenn man das Display in der Mitte bedienen möchte - und regelt damit unfreiwillig die Lautstärke oder Temperatur. Dass das niemandem vorab aufgefallen ist, oder dass man das nicht geändert hat kann ich nicht verstehen. Das nervt regelrecht.

Die “Knöpfe” für die Innenbeleuchtung sind verschwunden. Stattdessen schaltet man das Licht an indem man gegen die Lampe tippt. Wenn man das weiß ist das in Ordnung, intuitiv ist das nicht. Und wo man als Fahrer die Lampe über der hinteren Rücksitzbank ein- und ausschaltet habe ich noch nicht herausgefunden - früher gab es dafür einen Schalter. Ach so, die Schalter für die Innenbeleuchtung funktionieren nicht wenn die Zündung ausgeschaltet ist. Alles in allem keine Verbesserung.

Das Schiebedach hat ebenfalls keine Schalter mehr, sondern eine Leiste gegen die man wahlweise gegen tippt (Dach nur anheben) oder die man mit dem Finger entlang ziehen muss um das Dach ganz nach hinten zu fahren. Wie bei der Beleuchtung gilt: wenn man das weiß ist das ok, aber das ist nicht intuitiv. Der Schalter/Wischer für den Fensterheber ist übrigens direkt neben dem mittlerweile vorgeschriebenen SOS-Knopf - und letzterer ist prominent und groß. Würde mich interessieren wie viele Leute da aus Versehen gegen kommen wenn sie die Hand abstützen wollen um den Schalter für das Schiebedach gut zu bedienen.

Die Knöpfe für die Fensterheber (komischerweise sind das noch Knöpfe) sind gefühlt zu weit vorne angebracht. Von anderen VW Fahrzeugen war ich die weiter hinten (bei gleicher Sitzposition) gewohnt, aus Gewohnheit öffne ich erst einmal ständig das Fenster hinten statt das Fahrerfenster. Daran werde ich mich aber irgendwann gewöhnen.

Die Anschnallgurte vorn haben keinen Stopper in Schulterhöhe, dadurch fällt die Schlosszunge beim Abschnallen bis runter neben den Sitz. Beim Anschnallen muss man dann weit nach links bzw. rechts unten greifen um die Schlosszunge zu greifen und sich anzuschnallen. Das ist ein kleines Detail, aber der Passat hat einen Knopf in Höhe der Schulter an welchem die Zunge dann hängen bleibt. Zum bequemen Anschnallen greift man nur neben sich, und macht keine Verrenkung weit nach unten.

Die Mittelkonsole hat mehr Platz erhalten, da der Wählhebel für die Automatik gegen einen kleinen Stummelschalter ersetzt wurde. Das ergibt im ersten Moment eine übersichtlichere Mittelkonsole und etwas Platz für Kleinigkeiten auf der rechten Seite, aber dann fehlt irgendwann ein Punkt auf dem man den Arm ablegen kann. Beide Hände ständig am Lenkrad, oder so.

Unter der unsinnigen berührungsempfindlichen Leiste in der Mitte befinden sich die beiden mittleren Auslässe für die Lüftung. Diese sind relativ niedrig angeordnet, so dass man damit eher den Bauch als das Gesicht mit Frischluft versorgen kann. Dies ist dem neuen großen Display in der Mitte geschuldet, welches den gesamten Platz einnimmt. Die ganze Anordnung ist aber nicht sinnvoll, und muss vielleicht nochmal überdacht werden. Die gesamte Anordung der Displays erinnert ein bisschen an K.I.T.T..

Zwischen den beiden Lüftungsöffnungen befindet sich ein Bedienfeld mit 5 Tastern: in der Mitte ist die Warnblinkanlage. Diese ist nicht mehr oben auf der Konsole zu finden sondern nach unten gewandert. Über die anderen 4 Knöpfe kann man diverse “Dinge” erreichen. “Klima” für Klimaanlage und “Mode” für den Fahrmodus der Automatik sind klar, “Assist” versteckt die ganzen Assistenten die das Fahrzeug hat und der “P Menu” Knopf erlaubt einen Schnellzugriff auf den Parkassistent sowie die Parkplatzsuche.

Die Klimaanlage hat allerdings zwei weitere Bedienungen. Einmal lässt sich diese über das große Display in der Mitte steuern. Der Fahrer hat zusätzlich links in Höhe des Außenspiegels noch ein Panel mit welchem man diverse Einstellungen der Klimaanlage tätigen kann.

Die Zukunft: UBS-C

Der Golf 8 kommt konsequent mit USB-C Anschlüssen. In der Mittelkonsole vorn befinden sich zwei Anschlüsse, und zwei weitere in der Konsole vor der Rücksitzbank. Da die meisten Kabel derzeit noch auf USB-A als Stecker setzen kommt man um einen Adapter nicht drumherum. Eine kurze Suche auf Ebay hat nur ein paar teure USB-C 2 USB-C Kabel ergeben, und gar keine 3in1 Kabel die einen USB-C Stecker haben - alle nur USB-A. Man tut also gut daran sein Auto mit einem Satz Adapter aufzurüsten, jedenfalls für die nächste Zeit.

Handschuhfach

Das Handschuhfach ist mittlerweile nicht mehr abschließbar. Das zieht sich wohl durch diverse VW-Modelle durch. Ist an sich schade, wenn ich weiter weg zum Laufen war habe ich dort gern die Papiere eingeschlossen damit ich die nicht herumtragen muss. Oder am Sportplatz dann den Haustürschlüssel eingeschlossen. So ein Schloss ist zwar nicht viel, aber wenn jemand das Auto nur aufbricht um mal schnell zu schauen was da drin liegt, dann hält das Schloß schon zusätzlich auf.

Ambiente Beleuchtung

Schön geworden ist die Ambiente Beleuchtung. Die Farbe lässt sich steuern und wird im Profil des Fahrers hinterlegt. Das steuert sowohl den Hintergrund des Fahrerdisplays als auch die rundlaufenden LED-Leisten in den Türen.


Garantie

Nach rund 1300 gefahrenen Kilometern stand das Auto das erste Mal in der Werkstatt. Diverse Assistenzsysteme (Lane Assist, Park Assist, Insassenschutz) funktionieren nicht. Laut Aussage der Werkstatt lässt sich die Frontkamera nicht kalibrieren.
Um das Problem zu beheben waren diverse Testfahrten mit abgebauten Stoßfängern notwendig (Danke für das Erhöhen des Kilometerstandes beim Leasingfahrzeug). Und die Reparatur hat insgesamt 3 ½ Tage gedauert.

Rund 200km später wird der nächste Besuch in der Werkstatt fällig: insgesamt 3 Systeme melden einen Fehler, einer davon verlangt einen dringenden Besuch in der Werkstatt.

Mal sehen was als nächstes kommt …


Wolfsburg

Jemand hatte sich gewünscht dass wir das Fahrzeug in Wolfsburg abholen. Also gut.
Unser Termin war um 8 Uhr morgens, so dass wir relativ früh im Hotel aufstehen mussten. Der erste Termin ist allerdings in 10 Minuten erledigt: Nummernschilder abgeben, Papiere vorzeigen, Abholschein bekommen. Cafe + Restaurant öffnen jedoch erst um 9:30 Uhr, der Shop erst um 10 Uhr. Man hat also noch rund eine Stunde die man mit Herumwandern verbringen muss, weil aufgrund von Covid-19 Einschränkungen das meiste nicht nicht offen hat. 8 Monate in der Pandemie sollte Volkswagen das besser im Griff haben, und die Leute nicht unnötig warten lassen.

 

Fazit

Der Golf 8 ist ein gutes Auto, fährt sich angenehm und viele Details sind sinnvoll gedacht. Bis auf die Leiste unter dem Display halt, die macht so gar keinen Sinn! Bei der Digitalstrategie zeigt sich dass Volkswagen hinterher hinkt, viele Kleinigkeiten passen nicht recht zusammen, oder sind noch nicht fertig implementiert. Die fehlende Zuordnung der Schlüssel zum Fahrerprofil ist da sicherlich ein Ärgernis. Zum Glück ist das der Teil des Fahrzeugs der sich mit einem Software Update verbessern lässt. Schauen wir mal wie viel da in der nächsten Zeit noch kommt.


Warum braucht es ein Auto?

Wenn man ein Stück außerhalb von Berlin wohnt, lässt sich nicht alles vernünftig zu Fuß, mit Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln erledigen. Die Anbindung der letzteren zwischen den einzelnen Orten ist ungenügend, und speziell am Wochenende gibt es nur eine sehr dünne Taktung. Zu Wettkämpfen (ok, derzeit nicht) müsste man schon mal am Abend vorher losfahren um mit öffentlichen Verkehrsmitteln überhaupt rechtzeitig ans Ziel zu kommen. Von der Rückfahrt ganz zu schweigen.
Nebenan in Berlin gibt es ein Lastenfahrrad zum Ausleihen, aber bei uns im Ort denkt man erst über die Anschaffung nach. Nächstes Jahr vielleicht. Mit dem Rad aus Berlin würden aus einem Einkauf mit 15 Minuten mal eben 2 bis 2.5 Stunden werden wenn man das Lastenfahrrad erst holen und dann wieder zurückbringen muss.
Car Sharing Dienste gibt es im Ort nicht, so dass diese Option auch nicht zur Verfügung steht.

Kurzum, ab und zu braucht man hier ein Auto.

Warum dann kein Elektroauto?

Wir haben vor dem Kauf lange beratschlagt und die Optionen erwogen. Hier im Ort gibt es eine Ladestation für Elektrofahrzeuge (die zweite kann nicht genutzt werden da diese nur für Dienstfahrzeuge des Betreibers vorgesehen ist). Die Ladestation ist 500 Meter weg (ok, das geht noch), hat zwei Stellplätze und diese sind gerne auch mal mit parkenden Fahrzeugen belegt - das geht nicht. In der Tiefgarage ist es derzeit nicht möglich eine Ladestation zu bekommen. Das wird wahrscheinlich ein Problem wenn mehrere der ungefähr 30 Stellplätze eine Station haben wollen, bis hin zum Ausbau des Hausanschluss um eine höhere Leistung zu garantieren. Zwar ändert sich die Gesetzeslage ab Dezember, das bedeutet aber nicht dass man ab diesem Tag gleich einen Anschluss in der Tiefgarage haben kann. Kurzum, ohne Ladestation über Nacht macht das wenig Sinn.

Schauen wir ob sich die Situation in 2, 3 Jahren verbessert hat.
 

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