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Muss ich mich benehmen oder waren schon Deutsche da?

Heute wieder ein nettes Beispiel aus der Kategorie "Deutsche Urlauber" erlebt: hier in Dänemark kann man an vielen Stellen mit dem Auto über den Nordseestrand fahren. An einer Stelle saßen (wohl) deutsche Urlauber (den Dänen sind Gebietsansprüche, die durch eine Strand- oder Sandburg markiert werden, völlig fremd) und haben einen Fluß, der über den Strand in die Nordsee fließt, komplett mit Burg und mehreren Dämmen blockiert.

Zum Zeitpunkt, als wir dort entlang gefahren sind, war das Flussbett bereits komplett trockengelegt.


Ein anderes nettes Beispiel habe ich selbst vor einigen Tagen in einem Supermarkt erlebt: vor mir an der Kasse ein älterer Herr, Däne. Unterhält sich mit dem Kassierer, bis dieser einen Kohlkopf nicht über seinen Scanner ziehen kann, weil kein Strichcode dran war. Also erging die Frage an den Käufer, ob der Preis bekannt wäre. In dem Moment gröhlt ein ca. 40-jähriger Deutscher hinter mir: "In Deutschland nennt man das dann Spitzkohl!".

Wenn dieser Mensch nicht kapiert, worüber die beiden sich unterhalten, warum mischt er sich dann über mehrere Kunden hinweg in seiner eigenen Sprache ein?



Bleibt nur der sehr passende Spruch von Kurt Tucholsky:


"Als deutscher Tourist im Ausland steht man vor der Frage, ob man sich anständig benehmen muß oder ob schon deutsche Touristen dagewesen sind."



Update: vor vielen Häusern in Dänemark sieht man einen Fahnenmast, um traditionell den Dannebrog zu hissen. Es ist jedoch verpönt (und verboten), dort nur die deutsche Flagge zu hissen. Nichtsdestotrotz (aber sehr wahrscheinlich aus Unwissenheit und Nationalstolz) sieht man vor vielen Ferienhäusern (sogar nachts, Flaggen werden nachts abgenommen oder beleuchtet) eine deutsche Flagge. In Anbetracht der dänisch-deutschen Vergangenheit sollten die zahlreichen deutschen Urlauber hier etwas mehr Zurückhaltung an den Tag legen.



Kein anderes Volk bleibt meiner Meinung nach im kollektiven Gedächtnis so stark haften wie wir Deutschen in einem beliebigen Ausland. *seufz*

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ads' corner on : Deutsche erkennt man überall auf der Welt

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Die Deutschen haben wohl nicht umsonst einen schlechten Ruf in der Welt. Bei unserem Urlaub in Griechenland waren Touristen aus verschiedenen Ländern anwesend, zumindest England, Frankreich, Spanien und Griechenland habe ich noch mitbekommen. Eine Grupp Comments ()

ads' corner on : Hilfsbereite Deutsche gesucht

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Wir waren eine Woche in Paris. Dort war wirklich jeder hilfsbereit, egal worum es ging. Lief man mit einem Kinderwagen auf eine Treppe zur Metro zu, gab es sofort hilfsbereite Hände, die beim Tragen geholfen haben. Wusste man nicht weiter, hat einem jeman Comments ()

Comments

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yve on :

Hehe, da hast Du aber noch nicht die Italiener in Prag/sonstiges Ausland oder die Engländer als Touristen erlebt.. Ich glaube so pauschalisieren kann man das nie... Wahrscheinlich hängts wie immer von der tatsächlichen Nutzung der Hirnmasse ab :) Leider fallen einem halt aber gerade immer die auf, die diese offensichtlich nicht effektiv nutzen können..
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LosMintos on :

Du hast ja Recht, aber hast Du mal Urlauber aus Skandinavien in D-Land erlebt, wo der Alkohol so billig ist? Oder Engländer in Spanien? Oder Amerikaner im Irak, ähem, okay, letzteres ist etwas anderes ... Also nicht alle Deutschen sind so ;-)
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Heiko on :

Jaaa und? Deswegend gehe ich auch voll auf "Ich-bin-Tourie-unterstes-Niveau"-Level? Aber eins stimmt: Die "schlimme Sorte" gibt es auf allen Seiten.
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Mischka on :

Hmm, was soll man zu einem Land sagen, dass das (alleinige) Hissen der deutschen schwarzrotgoldenen demokratischen Flagge verbietet? In Deutschland kann jeder jede beliebige Flagge hissen, solange es sich nicht um eine verbotene Organisation handelt. Da finde ich das Hissen aus Protest schon voll ok.
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Heiko on :

Jaaa, super, dann bleib doch einfach hier, es ist ja hier alles besser. Wer im Ausland gleich schwarz-rot-gold hissen muss, weil es so toll ist, soll eben da bleiben. Man darf in DK zwar nur den Dannebrog hissen, aber entweder wurde es geändert oder sie tolerieren es einfach, wenn jemand seine Nationalflagge hisst. Dass ich als Gast dabei grundsätzlich die Nationalflagge des gastgebenden Landes als erstes hisse und das mindestens so hoch und groß wie meine (die Dänen akzeptieren inzwischen gleichgroß), ist für mich dabei selbstverständlich. Wenn ich schon etwas auf Nationalflaggen gebe (einigen ist es ja ganz egal, warum auch nicht, sie hissen ja auch gar keine), dann sollte ich vielleicht gerade innerhalb Europas auch mal meinen gesunden Menschenverstand nutzen und etwas über Benehmen beim Gastgeber nachgeben. Wenn ich das berücksichtige was passiert dann? - Siehe da, ich bekomme in Danmark keine Probleme, ohne zu wissen, dass die Dansker eben eigene Vorstellungen haben. Es gibt auch andere Anekdoten: In der Schweiz habe ich mal die schweizer Nationalflagge am Auto geführt, was auf einem Parkplatz dazu führte, dass mich ein Schweizer fragte, warum ich als Deutscher nicht die deutsche Flagge dran hätte ;-) Ich habe im erklärt, dass mir Fahnen am Auto einfach Freude machen, mir es in der Schweiz gefällt und ich als Gast in der Schweiz auf diese Weise eben so etwas wie einen Gruß an den Gastgeber entbringen möchte. Der Mann war mit der Antwort zufrieden, hat sie akzeptiert, obwohl er persönlich wohl anderer Meinung war bzw. es anders machen würde. Reden geht zudem auch: Ich habe ihn gefragt, ob er als Schweizer etwas dagegen hat, dass ein Ausländer seine Flagge führt. Das war allerdings nicht der Fall. - Naja, habe dann aber, um vielleicht mehr (Un-)Klarheit zu schaffen, die deutsche Flagge dazu gepackt.
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Andreas Scherbaum on :

Respekt, sehr gut ausgedrückt! Einige Menschen wollen es anscheinend nicht begreifen.
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Andreas Scherbaum on :

Nur weil du etwas aus Protest tun möchtest, ist das noch nicht rechtmäßig. China zum Beispiel verbietet das Hissen der Flagge von Taiwan, in Taiwan darf man (mittlerweile wieder) die chinesische Flagge hissen. Indien und Südafrika kennen einen ganzen Katalog von Regeln, die angewandt werden müssen, wenn die jeweilige Flagge zusammen mit anderen Flaggen gehisst wird. In allen Fällen ist die Landesflagge zuerst zu hissen. Die Finnische Flagge muss ebenfalls wie die dänische zuerst präsentiert werden, gleiches gilt für die Flagge Lichtensteins. Dein Kommentar macht aber genau das deutlich, was mein Blogeintrag ausdrücken sollte: du kommst in ein anderes Land und kümmerst dich erst einmal überhaupt nicht um bestehende Traditionen und Gesetze. Ich bin Deutscher, ich kann machen, was ich will und was ich von daheim so kenne. Traurige Welt.
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Joachim on :

Es ist schon eigenartig. Ich bin Halbdäne (oder Halbdeutscher) - ja nach Sichtweise. Durch meine Arbeit lebe ich ca. 3/4 des Jahres in DK, den Rest in D (bei HH). Dieses Schubladendenken (sorry - auch Du Andreas) macht mich nachdenklich. Du solltest (scheinbar auch in DK wohnend) die dänsiche Mentalität kennen und Dich gegen solch (deutsches ?) Denken wehren können. In meiner Familie ist es genau das, was als "typisk tysk" (typisch deutsch) gilt. Ich habe mich mal bei meinen Angestellten umgehört. Alle (Dänen und Deutschen) können die Fahnenregelung nicht nachvollziehen. Wir sind mittlerweile zwei Generationen von der dänisch-deutschen Feindschaft entfernt. Wir leben alle in Europa und fühlen uns als gegenseitig respektierende Nachbarn wohl. Die Wirtschaft Dänemarks würde ohne Deutschland Probleme haben, die deutsche Erholung würde zu großen Teilen ohne Dänemark und das dänische Lebensgefühl nicht funktionieren. Wir hissen vor meiner Firma in Deutschland selbstverständlich an allen 4 Masten (in der Mitte ist an Feiertagen schwarz/rot/gold an anderen Tagen das Hamburger Wappen) den Dannebrog bei dänischem Besuch. Gegenüber liegt die Polizeiwache und niemals gab es Probleme oder Bedenken - und durch die dänisch-deutschen Partnerschaften ist der Dannebrog häufig gehisst. Nun wollten wir unsere deutschen Kollegen vor einigen Tagen hier in Dänemark ebenfalls begrüßen. Eine Mitarbeiterin, die sich über die 4 Dannebrogs in Hamburg immer sehr freut, schlug die deutsche Fahne vor. Aufgrund des aktuellen WM Spieles der deutschen Mannschaft und des internen (gemeinsamen) Public-Viewings. Gesagt, getan. Ich finde es als dänischer Staatsbürger (und gefühlter Volldäne) peinlich, dass einige meiner Landsleute daraus eine Szene mach(t)en. Wir freuen uns als Dänen überall auf der Welt über den Dannebrog und sehen ihn gerne. Wieso sollte es anderen Staatsbürgern anders gehen. Es gilt für mich als Zeichen der Höflichkeit, meinen Gästen einen schönen Empfang zu bereiten. Soviel Toleranz muss sein ! .. Und das muss ich (leider) auch meinen sonst manchmal recht deutsche-Touristen-geplagten dänischen Mitbürgern sagen. Was können unsere deutschen (sich gut benehmenden und dänisch sprechenden) Gäste für das rüpeligen Bild durch Ihre Landsleute. Ich habe die Fahnen tatsächlich einziehen müssen. Auch das Hamburger Wappen hätten wir nicht hissen dürfen. Es war und ist mir wirklich peinlich, dass ich mich in einem freien und demokratischen Vorzeigeland (so empfinge ich mein Land) nicht frei meinen Gästen präsentieren darf. Natürlich hat es seine normalen Grenzen. Aber wir wollten ja auch nicht tagelang und Tag und Nacht die deutsche Fahnen hissen. Wir wollten nur ein Zeichen der Begrüßung setzen. Das "Benehmen" mancher unser deutschen Touristen kann ich schwer nachvollziehen - aber die große Masse an deutschen Touristen verhält sich gut. Sie zahlen hohe Mieten, interessieren sich und respektieren unsere Kultur und sind (bis sie den Mund aufmachen) häufig nicht von Dänen zu unterscheiden. Aus meiner (unserer) Sicht hat mein (unser) Land hier ein wenig Nachholbedarf, sich an Europa und die Form der Toleranz anzupassen.
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Andreas 'ads' Scherbaum on :

Eine Flagge ist immer ein Zugeständnis an den Eigentümer der Flagge (möge das ein Land, eine freie Stadt wie Hamburg oder auch ein kleines Dorf sein). Also sollte man sich an Regeln dafür halten (wie z. B. das Abnehmen oder Beleuchten einer Flagge bei Nacht). Letzten Endes bezog sich aber nur das Update meines Blogpostings auf die Flaggen, das Ursprungsposting richtete sich nur an das Benehmen der Urlauber. Und dort erkenne ich Deutsche (leider) auch, wenn sie keinen Mund aufmachen.
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Joachim on :

In meinem Kommentar ging's ja um das Hissen der deutschen Fahne in Dänemark. Nach Deiner Antwort würden die Dänen keine Zugeständnisse an das deutsche Staatssymbol machen - und genau das finden wir so schade. Es fehlt in diesem Punkt ein wenig die Toleranz und der Respekt für andere (etwas, was ich sonst wirklich NUR aus Deutschland kenne). Natürlich respektieren wir das - nur verstehen und nachvollziehen kann es hier bei uns niemand. Dänen wie Deutsche nicht. Aber eine Diskussion wäre hier auch am falschen Platz. Wenn Du die Deutsch auch ohne Worte erkennst, dann meinst Du sicherlich die Ferienhausgebiete :) Keine Kunst - dort findet man zu jenen Sommerzeit ja auch keine Dänen mehr ;) Bei uns in den Erholungsgebieten für Dänen und Touristen mischen sich die Völker tatsächlich prima. Der (Kleidungs)stil verrät halt immer Mal wieder ein paar Fremde, aber im allgemeinen ist das Miteinander nur lobenswert. Danke, dass Du Dir die Zeit für eine Antwort genommen hast.
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Andreas 'ads' Scherbaum on :

Bezüglich der Deutschen - ja, ich meine die Feriengebiete ;-) Bezüglich der dänischen Fahne: nun, die Dänen haben Vorschriften diesbezüglich. Wenn du mehr Zugeständnisse möchtest, solltest du vielleicht in Dänemark ein paar Gesetzesänderungen anregen ;-) Andernfalls würde ich persönlich mir wünschen, dass sich die Besucher an lokale Verhältnisse halten.
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