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Blackout - Stromausfall

Während wir in den USA im Urlaub waren, gab es dort einen großflächigen Stromausfall. Genauer gesagt, während wir in La Push Mittag essen wollten, fiel der Strom im gesamten Ort aus. Das Restaurant hat daraufhin nur noch Salat übrig gehabt - nichts was Kind mag. Zurück in Forks haben wir dann festgestellt, dass dort ebenfalls der Strom ausgefallen ist. Trotz allem gibt es beträchtliche Unterschiede zwischen einem Stromausfall dort im Nordwesten und hier in Deutschland.

 

Deutschland

Wenn in Deutschland der Strom in einem Ort ausfällt, läuft das ungefähr so ab: die Leute können nicht mehr auf Facebook posten, das Internet funktioniert nicht mehr, das Telefon (weil VOIP Anschluß) auch nicht. Ampeln fallen aus, Verkehrschaos bricht spätestens zum Feierabend aus. Tankstellen funktionieren nicht mehr, weil sowohl die Pumpen wie die Kassen mit nicht mehr vorhandenem Strom betrieben werden. Es gibt kein warmes Essen, die Kühlhäuser der Geschäfte können Lebensmittel nur für eine kurze Zeit frisch halten.

Kurzum: innerhalb kurzer Zeit gibt es einen Haufen Probleme.

Zu diesem Thema gibt es eine Studie des Büros für Technikfolgen-Abschätzung des Deutschen Bundestages: "Was bei einem Blackout geschieht", von 2011.

Die Zusammenfassung ab Seite 104 liest sich in etwa so:

  • 0-2 Stunden Stromausfall: Viel mehr Staus, viel mehr Unfälle, einzelne Todesopfer, Behinderung der Rettungsdienste aufgrund voller Straßen, Alarmierung der Rettungsdienste erschwert oder nicht möglich. Tunnel werden geschlossen, Parkhäuser und Tiefgaragen funktionieren nicht. Mit Strom betriebener öffentlicher Nah- und Fernverkehr bleibt liegen.
  • 2-8 Stunden Stromausfall: Die Staus auf der Straße lösen sich nicht auf, da die Verkehrsleitsysteme nicht funktionieren. Kraftstoffbetriebene Fahrzeuge bleiben vermehrt liegen, da die Tankstellen nicht funktionieren. ÖPVN ist stark beeinträchtigt.
  • 8-24 Stunden Stromausfall: Individualverkehr bricht weitgehend zusammen, Leute kommen nicht mehr zur Arbeit. Tiefkühltruhen und Lebensmittellager tauen auf, das darin befindliche Essen verdirbt. Fernverkehr wird weniger, da niemand mehr tanken kann. Kommunikationsverbindungen sind weitgehend ausgefallen.
  • 24 Stunden bis eine Woche: Niemand fährt mehr, Betriebe stehen still. Dafür geht die Anzahl der Verkehrsunfälle zurück.
  • Ausblick auf Woche zwei: Sammelunterkünfte (zwecks Heizung), Rückfall auf Fahrräder.

Man kann das auch anders zusammenfassen: zuerst Panik und Chaos, danach will jeder schnell nach Hause. Und dann geht gar nichts mehr.

 

USA

Verglichen dazu lief das in den USA erstaunlich ruhig ab. Der Strom war ausgefallen - na und? Gut, die Küche geht nicht mehr, das Restaurant kennt das und schließt, nachdem die letzten Gäste gegangen sind. Die offenen Rechnungen gehen aufs Haus weil die Kasse keinen Strom hat.

Zurück in Forks ist von Unfällen oder Panik nichts zu sehen. Aufgrund vielfach vorhandener "4-Wege Stopschilder" in den USA sind die Leute dort gewohnt, vorsichtig an eine Kreuzung heran zu fahren und diese dann in ankommender Reihenfolge zu überqueren. Wichtige Gebäude und Einrichtungen haben eine unabhängige Notstromversorgung - demzufolge hat der Subway uns ein Sandwich zubereitet (allerdings wurde das Essen in der Mikrowelle und nicht mehr im Ofen erwärmt), die Tankstelle funktionierte ohne Probleme und auch das Kreditkartenterminal konnte zum Bezahlen genutzt werden. Business as usual.

 

Zusammenfassung

Man kann davon ausgehen, dass die Regionen im Nordwesten der USA häufiger von einem Stromausfall betroffen sind als das in Deutschland der Fall ist. Dementsprechend ist man dort besser vorbereitet und hat Erfahrung mit solchen Situationen.

Das sollte uns jedoch zu denken geben, und aufzeigen wie sehr wir hier von einer funktionierenden Stromversorgung abhängig sind. Die letzten beiden größeren Stromausfälle in Deutschland sind jetzt rund 10 Jahre her (November 2005 in Münster, November 2006 großflächig in Europa). Seitdem wurde zum Beispiel der Ausbau von IP-basierten Netzen vorangetrieben, was wiederum einen Notruf ohne funktionierende Stromversorgung fast unmöglich macht.

Welche Tankstelle in der näheren Umgebung hat denn einen Generator? Und wenn einer vorhanden ist, dann sicherlich nur damit Fahrzeuge für Sicherheitsdienste und Behörden bedient werden können - nicht für den normalen Bürger.

Mit den vielen vorhandenen Solarstromanlagen und anderen alternativen Anlagen zur Energieerzeugung ließe sich etwas anfangen. Dafür müsste es aber möglich sein, diesen Strom gezielt wichtigen Verbrauchern zuzuführen.

Deutschland ist denkbar schlecht auf einen großflächigen Stromausfall vorbereitet.

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