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Ein Quantum Action

Den neuen James Bond Streifen hatte ich schon mit Freunden auf Englisch gesehen, gestern war ich mit meiner Frau und der deutsch-bevorzugenden Fraktion nun noch mal in der übersetzten Version.

Nachdem "Casino Royale" ganz am Anfang der Geschichte spielt und James Bond dort erst seinen Doppelnull-Status erhält knüpft dieser Film nahtlos an den letzten an. Es geht los mit einer wilden Verfolgungsjagd bei dem das neue Auto natürlich leiden muss. Im anschließenden Verhör des Bösewichts aus dem letzten Streifen erfahren wir von einer Organisation namens "Quantum", die ihre Finger überall im Spiel hat und bisher von keinem Geheimdienst entdeckt wurde. Vorzügliches Material, um daraus eine erstklassige Geheimdienststory zu drehen - leider werden wir "Quantum" nur noch selten und indirekt im Film begegnen. Von einer Aufklärung was sich hinter dieser Organisation versteckt - Fehlanzeige. Na vielleicht im nächsten Film.

Statt dessen wird Dominic Greene (aka, Grün) der böse Gegenspieler mit nur mäßigem Tiefgang. Überhaupt strotzt der Film nur so von "Öko" ... der kleine Ford mit dem Camille das erste Mal auftaucht hört sich an wie ein Elektroauto. Der Film selbst dreht sich um die Wasser Ressourcen eines Landes in Südamerika, keineswegs um so belanglose Dinge wie Öl. Das Hotel in der Wüste ist mit einer fortschrittlichen Wasserstoffanlage ausgestattet die sich ganz exzellent zum Zerstören des gesamten Hotels eignet. Und der Jeep (gegen Ende des Films von vorn zu sehen) ist ein Hybridfahrzeug. Wieviel Ford dafür - trotz knapper Kassen - wohl bezahlt hat?

Was ich dagegen vermisse ist ein Bond als Geheimagent: wo sind die technischen Spielereien hin? Das einzige "Werkzeug" ist sein Handy, welches oft genug als Peilgerät herhalten muss. Keine Armbanduhr mit Extras, keine Features im Auto die man während der Verfolgungsjagd einsetzen könnte ... nichts.

Aus diesem Bond ist ein reinrassiger Aktionheld nach amerikanischem Vorbild geworden. Über weite Strecken erinnert der Film an "Die Bourne Identität", der dortige Hauptdarsteller hat auch keine Zeit und ist ständig in Bewegung. Diverse schnelle Orts- und Szenenwechsel später wissen wir eigentlich nur, dass Bond seine Rache bekommen hat. Bei diesem Tempo bleibt kein Platz und keine Zeit für eine Liebesszene.

Stellt sich noch eine Frage: wenn "Casino Royale" der Anfang des James Bond ist und "Ein Quantum Trost" die unmittelbare Fortsetzung - wie bekommen die Drehbuchautoren nun den Übergang zum galanten, britischen Gentleman welcher James die "folgenden" 20 Filme ja sein wird?

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