English Stammtisch Goes Magdeburg

Posted by ads on Saturday, 2023-12-09
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Seit einigen Jahren haben wir einen regulären English Stammtisch im Norden Berlins. Wir treffen uns Dienstags und besuchen verschiedene Restaurants in der Umgebung.

Für diesen Samstag hatten wir etwas anderes geplant: ein Ausflug mit dem Zug nach Magdeburg um die Stadt zu erkunden und den Weihnachtsmarkt zu besuchen.

beleuchteter Schriftzug “Magdeburg” auf dem Bahnhofsvorplatz
beleuchteter Schriftzug "Magdeburg" auf dem Bahnhofsvorplatz

Anreise

ICE Durchfahrt am Bahnhof Friedrichstraße
ICE Durchfahrt am Bahnhof Friedrichstraße

Mit der S-Bahn ging es gegen 8 Uhr in Hermsdorf los, wobei wir die Abfahrt aufgrund des gestrigen Streiks noch vorverlegt haben. War nicht ganz klar ob alle Züge pünktlich fahren.

Vom Bahnhof Friedrichstraße ging es mit dem RE1 bis nach Magdeburg zum Hauptbahnhof. Wahrscheinlich auch aufgrund der vielen gestern ausgefallenen Züge war der RE1 voll, die meisten Sitzplätze waren belegt.

In Magdeburg wurden wir auf dem Bahnhofsvorplatz (Willy-Brandt-Platz) von einem schönen “Magdeburg” Schriftzug empfangen. Nach vielen Jahren Bauzeit ist mittlerweile auch die Unterführung an der Ernst-Reuter-Allee abgeschlossen, so dass dort der Verkehr wieder rollt. Das entlastet den Vorplatz.

Was man überall in der Stadt leider auch sieht: viele Flächen sind mit Aufklebern des örtlichen Fußballvereins beklebt und damit unansehlich gemacht. Teilweise mehrere Aufkleber übereinander, wieder abgerissen, besprüht. Das hinterlässt kein schönes Bild.

Spaziergang Teil eins

Vom Bahnhof sind wir durch die Leiterstraße Richtung Breiter Weg spaziert. Dort ist unter anderem der Faunbrunnen zu sehen, sowie eine der überall in der Stadt aufgestellten Magdeburger Halbkugeln.

Faunbrunnen
Faunbrunnen

Diese Halbkugeln erinnern an die ersten Versuche des Wissenschaftlers und Bürgermeisters der Stadt, Otto von Guericke, ein Vakuum herzustellen. Dabei wurden zwei Halbkugeln zusammengesetzt und mit einer Pumpe die Luft entfernt. Danach konnten zwei Pferdegespanne die Halbkugeln nicht trennen. so stark war der äußere Druck der Luft auf die Halbkugeln.

Magdeburger Halbkugeln in der Leiterstraße
Magdeburger Halbkugeln in der Leiterstraße

Ein Abstecher zum Ulrichplatz und die Geschichte der Ulrichskirche runden den Spaziergang ab, bevor es zum späten Frühstück ins Café “Alt Magdeburg” im Hundertwasserhaus - der Grünen Zitadelle von Magdeburg - ging. Dort haben wir Bekannte des lokalen English Stammtisch Magdeburg getroffen, die sich im weiteren Verlauf als sehr gute Reiseführer durch die Stadt gezeigt haben.

Hundertwasserhaus, Blick vom Domplatz
Hundertwasserhaus, Blick vom Domplatz

Magdeburger Dom

Nach der Stärkung ging es weiter Richtung Domplatz und Dom.

der Dom zu Magdeburg, wahrscheinlich das am häufigsten fotografierte Motiv der Stadt
der Dom zu Magdeburg, wahrscheinlich das am häufigsten fotografierte Motiv der Stadt

Der Dom ist eine evangelische Kirche, obwohl sich das katholische Bistum quasi direkt über der Straße befindet. Die katholische Bischofskirche ist die St.-Sebastian-Kirche.

Im Dom sind Otto der Große und seine Gemahlin Editha bestattet.

Grab Otto des Großen
Grab Otto des Großen

Altar gegenüber dem Grab
Alter gegenüber dem Grab

Der Kreuzgang wurde in mehreren Abschnitten gebaut, man sieht sowohl romanische wie gotische Elemente und selbst zwischen diesen Elementen gibt es Abweichungen.

Kreuzgang
Kreuzgang

Was mir früher nicht aufgefallen ist: der Dom hat eine Sonnenuhr an der Südseite. Diese geht sogar recht genau. Laut Zeitstempel des Fotos ist dieses um 13:20 Uhr entstanden.

Sonnenuhr an der Südseite im Kreuzgang
Sonnenuhr an der Südseite im Kreuzgang

Am Haupteingang auf der Nordseite steht eine Tafel die den Dom darstellt.

Tafel mit dem Magdeburger Dom
Tafel mit dem Magdeburger Dom

Vom Dom ging es auf den Domplatz, welcher zur Weihnachtszeit die Magdeburger Lichterwelt zeigt. Das sind Modelle die typisch für Magdeburg sind und unter anderem auf dem Domplatz zu sehen sind. Weitere Modelle sind über die Innenstadt verteilt.

Magdeburger Lichterwelt auf dem Domplatz
Magdeburger Lichterwelt auf dem Domplatz

Detail am Rande: einer der Reisebusse mit und für Touristen ist besonders gut für eine Party an Bord ausgestattet: es gibt Cocktails und eine Bar!

Bar an Bord des Reisebusses
Bar an Bord des Reisebusses

Vom Dom ging es über den Remtergang zur Bastion und zum Holzmodell der Stadt - welches leider über den Winter hinweg abgedeckt ist.

Spaziergang Teil zwei

Über das Schleinufer hinweg führt eine Fußgängerbrücke bis an und über die Elbe und zum Domfelsen. Von der Brücke kann man bis auf die Insel Werder sowie den Rotehornpark sehen, sowie eine gute Gelegenheit ein Foto von der Sternbrücke zu machen.

Ebenfalls zu sehen ist das Alte Leipziger Tor, welches Teil der Festungsanlage der Stadt war.

Vom Dom sind wir dann die Hegelstraße vorbei an der Staatskanzlei und an den Gründerzeithäusern bis hinunter zum Hegel-Gymnasium spaziert. Vor dem Gymnasium steht ein Denkmal für General von Steuben, welcher einen wesentlichen Einfluß auf den Ausgang des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges hatte.

General von Steuben Denkmal vor dem Hegel-Gymnasium
General von Steuben Denkmal vor dem Hegel-Gymnasium

Weiter geht es zum Hasselbachplatz, benannt nach einem Bürgermeister der Stadt. Dieser Ort ist von zahlreichen historisch restaurierten Gebäuden umgeben. An Wochenenden finden hier viele Veranstaltungen und Parties statt.

Blick auf den Hasselbachplatz in Magdeburg, von der Sternstraße
Blick auf den Hasselbachplatz in Magdeburg, von der Sternstraße

Entlang der Otto-von-Guericke-Straße finden sich weitere historische und denkmalgeschützte Gebäude. Unter anderem kommt man am Schauspielhaus sowie dem Museum für Naturkunde vorbei. Vor dem Museum sind versteinerte Baumstämme zu sehen.

versteinerte Baumstämme vor dem Museum für Naturkunde
versteinerte Baumstämme vor dem Museum für Naturkunde

Hinweisschild über versteinerte Baumstämme
Hinweisschild über versteinerte Baumstämme

Wir sind dann in die Danzstraße eingebogen und entlang der Max-Josef-Metzger-Straße wieder Richtung Leiterstraße gegangen.

Dabei kommt man an der Kathedrale St. Sebastian vorbei, dem katholischen Bischofssitz.

Kathedrale St. Sebastian
Kathedrale St. Sebastian

Ein kurzer Stopp im Allee-Center wurde durch lange Schlangen vor den Toiletten vereitelt.

Weihnachtsmarkt und mittelalterlicher Weihnachtsmarkt

Zwischen Ernst-Reuter-Allee und Altem Rathaus findet auf dem Martin-Luther-Platz jedes Jahr der Historische Weihnachtsmarkt statt.

Der Eintritt ist frei, der Preis für den Glühwein sowie den Ablasspfand wird in (Euro)-Talern entrichtet.

Preisschild in Talern
Preisschild in Talern

Der gesamte Markt ist altertümlich gehalten, inklusive Aussteller, Kleidung der Darsteller und dem gesamten Aufbau des Marktes. Während der Öffnungszeiten finden diverse Shows und Aufführungen statt.

Stern über dem mittelalterlichen Weihnachtsmarkt
Stern über dem mittelalterlichen Weihnachtsmarkt

Stern über dem mittelalterlichen Weihnachtsmarkt
Stern über dem mittelalterlichen Weihnachtsmarkt

Eingang zum mittelalterlichen Weihnachtsmarkt
Eingang zum mittelalterlichen Weihnachtsmarkt

Der eigentliche und größere Weihnachtsmarkt befindet sich auf dem Alten Markt.

Absperrung mit Aufschrift Magdeburger Weihnachtsmarkt
Absperrung mit Aufschrift Magdeburger Weihnachtsmarkt

Auf dem Marktplatz befindet sich ebenfalls der golden schimmernde Magdeburger Reiter. Die hier ausgestellte Figur ist eine Kopie, das Original befindet sich im Kulturhistorischen Museum (siehe früher in diesem Beitrag).

Magdeburger Reiter
Magdeburger Reiter

Auf dem Turm des Rathauses befindet sich ein Glockenspiel, welches tagsüber zu jeder vollen Stunde spielt.

Glockenspiel auf dem Rathaus Magdeburg
Glockenspiel auf dem Rathaus Magdeburg

Ebenfalls vor dem Rathaus steht der Magdeburger Roland, welcher als Besonderheit auf der Rückseite eine Figur des Till Eulenspiegel hat.

Rückansicht des Magdeburger Roland, mit Till Eulenspiegel
Rückansicht des Magdeburger Roland, mit Till Eulenspiegel

Ein Stück zur Seite, vor der Hauptwache, findet sich der Otto-von-Guericke-Brunnen.

Otto-von-Guericke-Brunnen
Otto-von-Guericke-Brunnen

Magdeburg ist definitiv einen Ausflug wert, auch außerhalt der Weihnachtszeit!

Rückfahrt nach Berlin

Natürlich gibt es statistisch gesehen keinen Ausflug mit der Deutschen Bahn ohne dass es zu Verzögerungen und Problemen kommt.

Der RE1 fuhr bereits mit Verspätung in Magdeburg ab, obwohl der Zug dort bereitgestellt wird. Der RE1 wird allerdings nicht von der DB betrieben. Nachdem wir einigermaßen pünktlich in Berlin ankamen, stand nur noch das kurze Stück mit der S1 auf dem Plan.

Es gab - wieder mal - eine Stellwerkstörung in Berlin. Wir durften insgesamt drei Mal umsteigen, jedesmal von der S1 in die S1, die dann jeweils nur 2 oder 3 Stationen weit gefahren ist. Zwischendurch gab es Durchsagen dass die Lokführer auch nicht wissen ob der Zug jetzt überhaupt weiter fährt.

Aber irgendwann haben wir es doch nach Hause geschafft! Am Ende standen 10 km Spaziergang in Magdeburg auf der Uhr.

Fazit

Es gibt einiges was man an einem einzelnen Tagesausflug nach Magdeburg nicht sehen kann. So gibt es zum Beispiel die Gruson-Gewächshäuser, den Zoo und den Elbauenpark mit dem Jahrtausendturm. Letzteres möchte man eher im Frühling besuchen, um die vielen Blumen blühen zu sehen. Im Technikmuseum sowie im Naturkundemuseum kann man sicherlich auch mehrere Stunden verbringen.

Wir planen einen weiteren Ausflug ein, diesmal wenn es warm ist. Das Deutschlandticket macht solche Planungen einfach und relativ spontan.

Außerdem gibt es weitere Pläne für Ausflüge nach Rostock/Warnemünde, sowie nach Eisenhüttenstadt.


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