Stolpersteine: Ellen Faber + Dr. Karl Faber in Bad Eilsen

Posted by ads on Tuesday, 2024-01-23
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Die Stolpersteine für die Eheleute Ellen Faber (geb. Hinrichsen) und Dr. Karl Faber befinden sich in Bad Eilsen, Niedersachsen. Die Eheleite lebten an dieser Adresse, bevor sie von den Nazionalsozialisten aufgrund der jüdischen Abstammung der Ehefrau vertrieben wurden und in das rund 20 km entfernte Lindhorst zogen. Auch dort waren sie jedoch nicht willkommen, die Ehefrau wurde in ein Deportationslager in Bielefeld gebracht, bevor sie in das Konzentrationslager Auschwitz transportiert wurde. Dort verliert sich ihre Spur.

Stolpersteine: Ellen Faber + Dr. Karl Faber
Stolpersteine: Ellen Faber + Dr. Karl Faber

Beide Stolpersteine sind in den Fußweg an der Adresse Dr.-Faber-Straße 1 in 31707 Bad Eilsen eingelassen, an der Kreuzung zur Julianestraße. Die Straße ist nach dem Ehemann benannt.

Ellen Faber

Ellen Faber wurde 1881 als Ellen Hinrichsen geboren. Sie stammt aus einer jüdischen Lübecker Familie. 1922 heiratete sie Karl Faber und konvertierte im gleichen Jahr zum christlichen Glauben.

Stolperstein Ellen Faber
Stolperstein Ellen Faber

Dr. Karl Faber

Karl Farber wurde 1885 geboren und wuchs in Bückeburg auf. Im ersten Weltkrieg war er als hoch dekorierter Schiffsarzt tätig, geriet in Kriegsgefangenschaft und kehrte erst spät zurück. Er wurde vom Betreiber des Fürstlichen Bades Eilsen zum Badearzt berufen. Im Jahr 1922 heiratete er Ellen Hinrichsen, beide zogen in eine neu errichtetes Haus im Eilser Villenviertel.

Stolperstein Dr. Karl Faber
Stolperstein Dr. Karl Faber

Vertreibung

Den Fabers wurde das Leben - aufgrund der jüdischen Vergangenheit der Ehefrau - in Bad Eilsen mit einer Rufmordkampagne schwer gemacht. Hetzbriefe wurden von Einwohnern geschrieben, Fensterscheiben wurden eingeworfen. Beide ließen sich jedoch nicht vertreiben.

Im März 1940 erließ der Gemeinderat Bad Elsen eine Notdienstverordnung um das Ehepaar “aus Sicherheitsgründen” nach Lindhorst zu versetzen. Dort wurden die beiden beim Wirt des “Gasthofs zum Bahnhof” untergebracht, der jedoch ebenfalls Bemühungen unternahm um das Ehepaar wieder los zu werden.

Im September 1944 wurde Ellen Faber mit einer polizeilichen Anordnung nach Bielefeld gebracht. Dort befand sich eine Sammelstelle für Personen die zur Deportation vorgesehen waren. Dr. Faber begleitete seine Frau in der Hoffnung sie von dort wieder mitnehmen zu können, das wurde jedoch unterbunden. Ihm wurden jedoch wöchentliche Besuche im Gefängnis in Bielefeld erlaubt.

Am 8. Dezember 1944 wurde Ellen Faber ins Gefängnis nach Magdeburg überführt. Eine Postkarte von Ende Januar 1945 ist das letzte Lebenszeichen, dort teilte sie ihrem Mann mit dass sie in das Konzentrationslager Auschwitz verlegt wird.

Es ist anzunehmen, dass sie in Auschwitz umgebracht wurde, oder auf dem Transport dorthin verstarb.

Dr. Faber wurde nach Königsberg zwangsversetzt. Er verstarb im Alter von 66 Jahren im Jahr 1951 im Krankenhaus in Rodenberg.

Die Akten und im Tresor gefundenen Hetzbriefe sowie die Orden des dekorierten Weltkriegsveteranen Faber sind im Bückeburger Museum zu sehen.

Verlegung der Stolpersteine

Die beiden Stolpersteine wurden am 28. Januar 2015 vom Kölner Künstler Gunter Demnig verlegt.

Konzentrationslager Auschwitz

Das Konzentrationslager Auschwitz (häufig auch als KZ Auschwitz abgekürzt) war das größe deutsche Gefangenenlagern während der Herrschaft der Nationalsozialisten. Das Lager befindet sich in der Nähe der polnischen Stadt Oświęcim (zu deutsch: Auschwitz). Im Januar 1945 wurde das Lager von der Roten Armee befreit. Es war zugleich Gefangenenlager und Vernichtungslager. Schätzungen gehen von 1,1 bis 1,5 Millionen Opfern aus, die in den Lagern verstorben sind oder ermordet wurden. Genaue Zahlen lassen sich nicht ermitteln.

Das Foto des Torhauses Auschwitz-Birkenau des polnischen Fotografen Stanisław Mucha wurde später weltberühmt und steht als Symbol für den Holocaust.

Was sind die Stolpersteine

Die Stolpersteine sind ein Kunstprojekt. Das Projekt wurde 1992 vom Künstler Gunter Demnig ins Leben gerufen. Dabei werden kleine Gedenktafeln als Mahnmal an Stellen verlegt, an denen Menschen durch den Nationalsozialismus verfolgt, deportiert, vertrieben, ermordet oder in den Suizid getrieben wurden.

Stand 2023 wurden über 100.000 Stolpersteine in 30 Ländern in Europa verlegt.

Quellen


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