Der Stolperstein für Friedrich Muckermann befindet sich in Bückeburg, Niedersachsen. Friedrich Muckermann wurde 1883 in Bückeburg geboren, floh 1934 in die Niederlande, wurde 1938 ausgebürgert und floh 1943 weiter in die Schweiz. Er überlebte den Krieg und starb dort 1946.

Der Stolpersteine ist in den Fußweg an der Adresse Lange Str. 79, 31675 Bückeburg eingelassen.
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Friedrich Muckermann
Friedrich Muckermann wurde 1883 in Bückeburg geboren und ging dort sowie in Paderborn zur Schule. In seiner Jugend trat er in den Jesuitenorden ein. Seine theologische Laufbahn führte ihn nach Bleijenbeck (“Bleyenbeck”) und Valkenburg in die Niederlande, nach Feldkirch in Österreich und nach Kopenhagen in Dänemark. Die Priesterweihe erhielt er 1914.
Während des ersten Weltkriegs war er als Sanitäter und Feldgeistlicher an der Ostfront. Später war er in Wilna (das heutige Vilnius in Litauen) mit dem Aufbau eines Ordens befasst. Dort wurde er beim Einmarsch der Roten Armee im Jahr 1919 verhaftet, zum Ende des Jahres hin gegen andere Gefangene ausgetauscht. Daraufhin kehrte er in die Niederlande zurück und schloss dort 1920 sein theologisches Studium ab.
Ab 1920 war er Redakteur, später Herausgeber der katholischen Zeitschrift „Der Gral“. Zudem war er als Redner auf verschiedenen Veranstaltungen bekannt, sowohl zu katholischen Themen wie auch zu gesellschaftspolitischen Fragen.
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten galt er als Staatsfeind und entkam 1934 in die Niederlande. Seine Bücher wurden in Deutschland verbrannt. Von den Niederlanden aus schickte er weitere Zeitschriften und Texte nach Deutschland. 1935 wurde er nach Rom berufen, 1937 übersiedelte er nach Wien. In der Zwischenzeit wurde seine deutsche Staatsangehörigkeit aberkannt.
Als Österreich im März 1938 an Deutschland angeschlossen wurde, befand sich Muckermann in der Schweiz. Von dort ging er nach Paris und unterstützte aus Frankreich weiter seine Landsleute in Deutschland. Nach dem Einmarsch der Wehrmacht in Frankreich floh er in die Schweiz.
Dort wurden seine publizistischen Tätigkeiten weitgehend eingeschränkt, stattdessen schrieb er mehrere Bücher.
Er starb 1946 in Montreux in der Schweiz.

Der Stolperstein ist vor seinem Geburtshaus verlegt. In der Nähe seines Geburtshauses befindet sich die Muckermann-Passage sowie eine Gedenktafel.

Verlegung des Stolpersteins
Der Stolperstein wurde am 5. Dezember 2006 vom Kölner Künstler Gunter Demnig verlegt.
Was sind die Stolpersteine
Die Stolpersteine sind ein Kunstprojekt. Das Projekt wurde 1992 vom Künstler Gunter Demnig ins Leben gerufen. Dabei werden kleine Gedenktafeln als Mahnmal an Stellen verlegt, an denen Menschen durch den Nationalsozialismus verfolgt, deportiert, vertrieben, ermordet oder in den Suizid getrieben wurden.
Stand 2023 wurden über 100.000 Stolpersteine in 30 Ländern in Europa verlegt.
Im Stolpersteine Subreddit werden Fotos von Stolpersteinen gepostet.
Quellen
Wikipedia Artikel: Stolpersteine
Wikipedia Artikel: Liste der Stolpersteine in Bückeburg
Wikipedia Artikel: Friedrich Muckermann
Wikidata Artikel: Friedrich Muckermann
Wikidata Artikel: Stolperstein dedicated to Friedrich Muckermann
Infostation der ehemaligen Synagoge Stadthagen, ein Eintrag gefunden:
- Biografie: Friedrich Muckermann (ehemalige Synagoge Stadthagen e.V.)
Bückeburg unterm Hakenkreuz - Ein Stadtrundgang (bueckeburg.de)
Stolperstein-Verlegungen Bückeburg (bueckeburg.de)
United States Holocaust Survivors and Victims Database, ein Eintrag gefunden:
- ID: 12980941, Friedrich Muckermann (Holocaust Survivors and Victims Database)
Yad Vashem - The World Holocaust Remembrance Center, ein Eintrag gefunden:
- Bibliothek: Der deutsche Weg - Friedrich Muckermann (Yad Vashem)
Es gibt einen Eintrag in OpenStreetMap:
- Stolperstein: Friedrich Muckermann (OpenStreetMap)
Fotos: Andreas Scherbaum