Seit rund einem Jahrzehnt haben wir einen regulären Englisch Stammtisch im Norden Berlins. Wir treffen uns Dienstags und besuchen verschiedene Restaurants in der Umgebung.
Zum zweiten Mal (nach dem Besuch auf dem Weihnachtsmarkt in Magdeburg letztes Jahr) hatten wir für Samstag den 9. November ein Treffen auf dem Bahnhof in Frohnau geplant. Diesmal ging es nicht so weit weg, die Fahrzeit war aber ähnlich lang: ein Besuch im Spreewald stand auf dem Programm.
Vom S-Bahnhof Frohnau ging es zuerst nach Oranienburg, dann nach Berlin Ostkreuz und von dort nach Lübbenau. Halbe Weltreise!


Lübbenau
Am Bahnhof in Lübbenau angekommen, sind wir zuerst Richtung Hafen spaziert. Der erste geplante Stopp war das Gasthaus Wotschofska.
Unterwegs kamen wir an einigen Sehenswürdigkeiten vorbei. Seit dem Jahr 2000 wurden und werden verschiedene Künstlerprojekte in Lübbenau ausgestellt, heute sind es ungefähr 30 Installationen.
Wie stehen wir - was schauen wir
Die Skulptur „Wie stehen wir - was schauen wir“ von Stephan Möller aus Hohenbruch bei Kremmen entstand 2005 im Rahmen des Bildhauersymposium und Karikaturisten-Pleinair. Die Installation ist aus Holz und Beton gefertigt und mit schwarzen und roten Werbebotschaften auf der „Innenseite“ verziert.

Auf der „Außenseite“ ist nur das Fenster und damit Ruhe zu sehen.

Radschober
Der Minigolfplatz war trotz der späten Zeit im Jahr noch offen und wurde gut besucht. Unser Besuch hier war kurz bevor alles im Winterschlaf versinkt.
Ein Stück weiter steht ein silbernes, futuristisch anmutendes Gebäude: der Radschober. Es erinnert ein bisschen an einen Heuschober auf einem Bauernhof.

Der Radschober bietet Stellplätze für 9 Fahrräder sowie Lademöglichkeiten für E-Bikes. Überhaupt gibt es außergewöhnlich viele Radgeschäfte im Ort, was dem Umstand geschuldet sein mag dass man im Spreewald nicht überall mit dem Auto hin kommt. Die Nutzung des Radschober ist kostenlos.
Sagenbrunnen
In der Mitte des Ortes steht die St. Nikolai Kirche und davor der „Sagenhafte Brunnen“. Dieser wurde von Volker Michael Roth 2007 - 2008 geschaffen.
Der Brunnen und die Figuren aus Stahl zeigen die Mythen- und Sagenwelt des Spreewalds.

Dargestellt werden unter anderem die Welt der Lutken, den Schlangenkönig, die Irrlicht Gestalt und der Baumkönig.

Kleiner Hafen am Spreeschlößchen
Und schon waren wir am Kleinen Hafen. Diverse Kähne waren schon winterfest gemacht, einige andere Kähne warteten auf Besucher.

Die Kähne sind mit bequemen Bänken, Decken und Tischen ausgerüstet, es gibt kalte und warme Getränke. Auf manchen Kähnen ist sogar eine Katze an Bord.

Wotschofskaweg - Spaziergang zum Gasthaus
Es gibt einen kleinen und einen großen Hafen im Ort, um zum Gasthaus zu gelangen muss man am kleinen Hafen über die Brücke gehen.

Alle Brücken haben eine Rampe an der Seite eingebaut um ein Fahrrad über die Brücke zu schieben. Das klappt jedoch nicht für Kinderwagen, diese müssen von Hand hoch und runter getragen werden.
Danach dem Wanderweg Richtung Wotschofska folgen, ist ausgeschildert.

Der Wanderweg bis zum Gasthaus ist ungefähr 3.5 km lang und weitgehend befestigt. Unterwegs führt der Weg über mehrere Brücken und wechselt von der einen auf die andere Uferseite.









Unterwegs kommt man an einer Bootsrolle vorbei, die dafür verwendet wird um Boote von einer Seite auf die andere zu ziehen und den Höhenunterschied auszugleichen.





Entlang des Wanderweges gibt es verschiedene Geocaches zu finden. Bitte den Stift zum Loggen nicht vergessen.
Gasthaus Wotschofska
Das Gasthaus Wotschofska gibt es seit 1894 und ist heute ein beliebtes Ausflugsziel. Es liegt auf einer Kaupe im Spreewald. Zu erreichen ist es nur mit Wasserfahrzeugen (Kähne oder Paddelboote) oder über zwei Wanderwege.
Hier gibt es einen ausführlichen Artikel zum Gasthaus:
Gasthaus Wotschofska in Lübbenau

Zurück nach Lübbenau
Nach Speis und Trank im Gasthaus ging es den gleichen Weg zurück Richtung Lübbenau.
Wir hatten vor Ort kurz überlegt ob wir einen der Kähne buchen, aber diese hatten schon wieder abgelegt. Der andere Weg zurück nach Lübbenau ist rund 18 km lang, was mehrere Stunden dauern würde und wir hatten nicht mehr so lange Tageslicht zur Verfügung.
Café Zeitlos
Nach der längeren Wanderung zurück war eine kurze Pause mit einer Erfrischung angesagt. Am Markt rund um die Kirche gibt es diverse Bäcker, Restaurants und Cafés.
Wir haben uns für das Café Zeitlos entschieden, welches im ältesten erhaltenen Gebäude in Lübbenau zu finden ist.

Großer Hafen
In Lübbenau sind wir schlussendlich noch zum Großen Hafen gegangen, der in der Tat um einiges größer ist. Dort sind dann auch die letzten Kähne gerade eingetroffen und haben am Ufer festgemacht.

Es gab einige offene Buden und Verkaufsstände und ein Souveniergeschäft hatte den obligatorischen Magneten für den Kühlschrank daheim.
Das Verkaufsleben spielt sich rund um den Großen Hafen ab, hier sind die Restaurants und Geschäfte. Am Kleinen Hafen legen lediglich Kähne ab und dort fängt der Wanderweg an.
Rückfahrt
Danach war nun die Heimreise angesagt, es ging zuerst zurück Richtung Bahnhof. Wir hatten Glück und haben gleich einen Zug bekommen der etwas verspätet einfuhr. Verspätungen der Deutschen Bahn haben manchmal auch etwas gutes.
Die Rückfahrt nach Berlin war dann eine willkommene Gelegenheit für alle, sich etwas auszuruhen.
Fazit
Ein schöner Ausflug, wenn auch etwas spät im Jahr. Durch die Wanderung zum Gasthaus haben wir die meiste Zeit im Spreewald verbracht. In Lübbenau selbst gibt es noch weitere Sehenswürdigkeiten, die wir dieses Mal jedoch nicht besucht haben.
- Schloss Lübbenau
- Freilandmuseum Lehde
- Spreewald-Museum
- Spreewelten Bad
Und die Stadtkirche St. Nikolai an der wir nur vorbei gegangen sind um den Brunnen zu sehen.
Einige Anbieter von Kanutouren bieten Wintertouren an, mit Glühwein und anderen heißen Getränken. Bitte vorher buchen.
Ich denke dass wir hier noch einmal zurückkommen werden.
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