Der Stolperstein für Karl Neuhof befindet sich in Berlin Frohnau, im Bezirk Reinickendorf. Er wurde 1891 in Friedberg/Hessen geboren und lebte in Berlin. Dort wurde er 1943 verhaftet, in das KZ Sachsenhausen deportiert und dort ermordet.

Der Stolperstein ist in den Fußweg an der Adresse Zeltinger Str. 65, 13465 Berlin eingelassen.
Karte aller Stolpersteine Postings
Karl Neuhof
Karl Neuhof wurde 1891 in Friedberg (Hessen) geboren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er auf deutscher Seite und wurde mit dem „Eisernen Kreuz“ ausgezeichnet.
Während der Zeit der Weimarer Republik wurde er überzeugter Kommunist. Ab 1921 wohnte er in Berlin, 1923 heiratete er Gertrud Jaffke. Beruflich handelte er an der Berliner Getreidebörse. 1925 bekam das Paar einen Sohn, Peter Neuhof.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten muss er Zwangsarbeit leisten, jedoch schützt ihn seine Ehe vorläufig vor einer Verhaftung. Er wohnte mit seiner Familie in Berlin-Frohnau.
Er versteckte seinen Jugendfreund Wilhelm Beuttel bei sich zu Hause und war Mitglied der KPD-Ortsgruppe Glienicke/Nordbahn. Als die Gestapo davon erfährt, werden die Familie und der Jugendfreund Anfang 1943 verhaftet. Im Gefängnis Lehrter Straße und in der Untersuchungshaftanstalt Moabit schreibt er ein Tagebuch, welches erhalten geblieben ist. Im November 1943 wird er von der Gestapo in das KZ Sachsenhausen verlegt und dort ermordet.
Seine Frau Gertrud wurde in das KZ Ravensbrück deportiert, überlebte und wurde 1945 befreit. Sie lebte bis zu ihrem Tod 1987 in Frohnau.
Der Sohn Peter überlebte ebenfalls und erhielt in der Haft das Tagebuch seines Vaters. Dies hat er später in dem Buch „Als die Braunen kamen – Eine Berliner jüdische Familie im Widerstand“ (ISBN: 978-3891443569) verarbeitet.

In Glienicke/Nordbahn wurde 1959 die Polytechnische Oberschule nach Karl Neuhof benannt. Vor der heutigen Grundschule erinnert ein Gedenkstein.

Verlegung des Stolpersteins
Der Stolperstein wurde am 17. März 2011 vom Kölner Künstler Gunter Demnig verlegt.
Konzentrationslager Sachsenhausen
Das Konzentrationslager Sachsenhausen (häufig auch als KZ Sachsenhausen abgekürzt) war ein deusches Konzentrationslager. Es wurde 1936 in der Nähe der Stadt Oranienburg eingerichtet, in der Nähe des namensgebenden Ortsteils Sachsenhausen.
Geschätzt wurden rund 200.000 Häftlinge nach Sachsenhausen deportiert, nur rund 140.000 Häftlinge wurden jedoch registriert. Im Lager wurden mehrere zehntausend Häftlinge ermordet.
Durch das schnelle Vorrücken der Roten Armee wurde das Lager Anfang 1945 geräumt. Häftlinge mussten teilweise in Gewaltmärchen im Winter in andere Lager marschieren, viele kamen dabei ums Leben oder wurden erschossen.
Auf dem ehemaligen Gelände des KZ befindet sich seit den 1960er Jahren die Gedenkstätte und das Museum Sachsenhausen.
In Oranienburg befand sich außerdem das KZ Oranienburg.
Was sind die Stolpersteine
Die Stolpersteine sind ein Kunstprojekt. Das Projekt wurde 1992 vom Künstler Gunter Demnig ins Leben gerufen. Dabei werden kleine Gedenktafeln als Mahnmal an Stellen verlegt, an denen Menschen durch den Nationalsozialismus verfolgt, deportiert, vertrieben, ermordet oder in den Suizid getrieben wurden.
Stand 2023 wurden über 100.000 Stolpersteine in 30 Ländern in Europa verlegt.
Im Stolpersteine Subreddit werden Fotos von Stolpersteinen gepostet.
Quellen
Wikipedia Artikel: Stolpersteine
Wikipedia Artikel: Konzentrationslager Sachsenhausen
Wikipedia Artikel: Liste der Stolpersteine in Berlin-Frohnau
Wikipedia Artikel: Karl Neuhof
Wikidata Artikel: Karl Neuhof
Wikidata Artikel: Stolperstein dedicated to Karl Neuhof
Gedenkbuch für die Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933 - 1945, ein Eintrag gefunden:
- Gedenkbuch: Karl Neuhof (Bundesarchiv)
Internationales Zentrum über die NS-Verfolgung (Arolsen Archives), drei Einträge gefunden:
DocID 12099311: Alt-Findkartei des Brandenburgischen Landeshauptarchivs zu den Strafakten der Staatlichen Kriminalpolizei, Kriminalpolizeileitstelle Berlin (Arolsen Archives)
DocID 11250259: Dokumente mit Namen ab NATT, KALLMANN (Arolsen Archives)
DocID 127213020: Sterbeverzeichnisse: Korrespondenz und Listen der Gestapo betreffend Vermögen von Jüdinnen und Juden, die im Zeitraum 02.07.1943-18.03.1945 verstorben sind (Arolsen Archives)
Brandenburgisches Landeshauptarchiv in Potsdam, ein Eintrag gefunden:
- 36A (II) 28144; Neuhof, Karl; 1944-1945 (Akte) (Brandenburgisches Landeshauptarchiv)
Yad Vashem - The World Holocaust Remembrance Center, zwei Einträge gefunden:
ID: 13334810, Karl Neuhof (Yad Vashem)
Bibliothek: Ich kaempfe gegen alles, was mich niederdruecken will (Yad Vashem)
„Ich kämpfe gegen alles, was mich niederdrücken will“. Das Tagebuch des jüdisch-kommunistischen Widerstandskämpfers Karl Neuhof und der Briefwechsel seiner Familie (Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten)
Karl Neuhof (Stolpersteine in Berlin)
Buchvorstellung: „Ich kämpfe gegen alles, was mich niederdrücken will“ (Jüdisches Museum Berlin)
Karl-Neuhof-Denkmal (Glienicke/Nordbahn)
Karl-Neuhof-Denkmal (Glienicke/Nordbahn)
Gedenken an Karl Neuhof - OGA vom 13.11.2013 (Glienicke/Nordbahn)
Gedenken an Karl Neuhof - MAZ vom 14.11.2013 (Glienicke/Nordbahn)
Gedenken - WochenSpiegel vom 13.11.2013 (Glienicke/Nordbahn)
Gedenken an die Opfer - MAZ vom 23.01.2013 (Glienicke/Nordbahn)
Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus (Glienicke/Nordbahn)
Gedenkfeier in Glienicke - OGA vom 18.01.2013 (Glienicke/Nordbahn)
Wider das Vergessen - Gemeinden Glienicke/Nordbahn und Mühlenbecker Land gedenken der Nazi-Opfer (Glienicke/Nordbahn)
Altes Schulgebäude - in der Hauptstraße 63/64 (Glienicke/Nordbahn)
Sehenswürdigkeiten: Gedenksteine (Glienicke/Nordbahn)
Es gibt einen Eintrag in OpenStreetMap:
- Stolperstein: Karl Neuhof (OpenStreetMap)
Fotos: Andreas Scherbaum
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